Die Kronen-Zeitung titelt „Hitze bremst bei Ungeborenen die Gehirnentwicklung" und suggeriert einen klaren Nachweis für eine Hirnschädigung ungeborener Kinder durch Hitze. Ein Blick in die zugrundeliegende Studie zeigt: Untersucht wurden weder Hitzewellen noch eine tatsächliche Überhitzung schwangerer Frauen, sondern lediglich geschätzte Außentemperaturen an Wohnadressen. Von elf untersuchten Hirnregionen zeigte nur der Talamus eine statistische Assoziation, eine Beeinträchtigung der kognitiven Leistungsfähigkeit wurde nicht gefunden.
In diesem Video ordne ich ein, was die Studie tatsächlich zeigt, warum eine internationale Untersuchung aus sechs Weltregionen der Grundannahme widerspricht, und welche Rolle der Verweis auf die COP29 in der Diskussion der Studie spielt.
▬ 𝐖𝐢𝐜𝐡𝐭𝐢𝐠𝐞 𝐋𝐢𝐧𝐤𝐬 ▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬
Artikel in Kronen-Zeitung: https://www.krone.at/4244540
Ich wurde von exxpress.at über diesen Beitrag der Kronen-Zeitung informiert und um eine Stellungnahme gebeten, die Sie hier in voller Länge lesen können: https://exxpress.at/news/hitze-panik-um-ungeborene-mediziner-widerspricht-alarm-berichten-um-studie/
1. Die Rotterdam-Studie.
Granés L et al. (2026): Early life ambient temperature and brain volumes change throughout childhood. Environment International 214:110385.
Originalstudie bei ScienceDirect
PubMed – DOI: 10.1016/j.envint.2026.110385
2. Internationale Studie mit 2.805 Feten und 4.205 3D-Ultraschallscans aus geografisch sehr unterschiedlichen Populationen. Standortunterschiede erklärten lediglich 0,6–5,8 % der Varianz.
Wyburd MK et al. (2026): Normative growth trajectories of fetal brain regions validated by satisfactory maturation of neurodevelopmental domains at 2 years of age. Nature Communications 17:3073.
Nature Communications – Volltext – DOI: 10.1038/s41467-026-69657-w
3. Große internationale MRT-Untersuchung von etwa 2.000 Kindern aus acht Kohorten, einschließlich des Thalamus.
Alex AM et al. (2024): A global multicohort study to map subcortical brain development and cognition in infancy and early childhood. Nature Neuroscience 27:176–186.
Open-Access-Volltext bei PMC – DOI: 10.1038/s41593-023-01501-6
4. Mandl S et al. (2024): The effect of prenatal maternal distress on offspring brain development: A systematic review. Early Human Development 192:106009.
Diese Review ist die Quelle für den Punkt, dass pränataler mütterlicher Stress, Angst und psychische Belastung hinsichtlich der kindlichen Gehirnentwicklung erheblich breiter untersucht wurden. Sie umfasst 71 Neuroimaging-Studien.
PubMed – DOI: 10.1016/j.earlhumdev.2024.106009
Von President.az, CC BY 4.0,
https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=155140002
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Der Beitrag verfällt am 19.12.26 04:20.
