*Enttäuschung ist das Ende einer Täuschung. Doch wer hat sich eigentlich getäuscht? Hat uns ein anderer Mensch getäuscht – oder haben wir vielleicht etwas in ihm gesehen, das wir unbedingt sehen wollten?*
In diesem Dimensionswechselgespräch spreche ich mit Peggy über ein Thema, das wahrscheinlich jeder von uns kennt: *menschliche Enttäuschungen.*
In Partnerschaften, Freundschaften, Familien, im beruflichen Umfeld oder auf unserem spirituellen Weg begegnen wir Menschen, von denen wir irgendwann enttäuscht werden.
Doch was passiert eigentlich in diesem Moment?
Vielleicht haben wir einen Menschen größer gemacht, als er ist. Vielleicht haben wir sein Potenzial gesehen und daraus eine Realität gemacht, die noch gar nicht existierte. Vielleicht haben wir unsere eigenen Wünsche, Sehnsüchte und Erwartungen auf ihn projiziert.
Oder wir haben längst gespürt, dass etwas nicht stimmt – wollten es aber nicht wahrhaben.
Peggy und ich sprechen sehr offen über unsere eigenen Erfahrungen mit Enttäuschung, Verletzung, Projektion, Verrat und Erwartungen – aber auch darüber, wie sich unser Umgang damit im Laufe unserer Entwicklung verändert hat.
Denn vielleicht geht es gar nicht darum, irgendwann nie wieder enttäuscht zu werden.
Vielleicht geht es darum, *anders mit Enttäuschung umzugehen.*
✨ In diesem Gespräch sprechen wir unter anderem über:
• Enttäuschung als Ende einer Täuschung
• Erwartungen und Projektionen in Beziehungen
• Selbsttäuschung und Idealisierung
• alte Kindheitswunden und ihre Wiederholungen
• Selbstwert und Selbstliebe
• warum wir Warnzeichen manchmal nicht sehen wollen
• Verletzung, Verrat und Betrug
• die Angst vor dem Alleinsein
• warum wir andere Menschen brauchen, um uns vollständig zu fühlen
• Grenzen setzen und das eigene Feld halten
• Verantwortung für die eigenen Gefühle übernehmen
• das Opfer-Täter-Retter-Dreieck
• warum auch der „Retter“ eine Rolle sein kann
• den Unterschied zwischen Mitgefühl und emotionaler Verstrickung
• unsere eigene Wahrnehmung und Intuition
• Beziehungen als gemeinsame Entwicklungsreise
• die Freiheit, Menschen gehen zu lassen und trotzdem in der Liebe zu bleiben
Eine wichtige Erkenntnis für mich ist:
*Ich kann einen Menschen lieben und trotzdem erkennen, dass er nicht mehr so nah in mein Leben gehört.*
Früher brauchte ich bei Enttäuschungen oft die Einsicht des anderen. Ich wollte, dass jemand erkennt, was passiert ist, Verantwortung übernimmt oder versteht, warum ich verletzt bin.
Heute kann ich viel schneller bei mir bleiben.
Ich kann fühlen: Ja, ich bin enttäuscht. Ja, etwas tut weh. Und gleichzeitig kann ich mich fragen, was mir diese Situation gerade über mich selbst zeigt.
Wo hatte ich eine Erwartung?
Wo habe ich etwas projiziert?
Wo habe ich meine eigene Wahrnehmung übergangen?
Und wo darf ich vielleicht einfach anerkennen, dass ich einen Menschen anders eingeschätzt habe, als er tatsächlich ist?
Das bedeutet nicht, alles gutzuheißen oder jedes Verhalten zu akzeptieren.
Im Gegenteil.
*Selbstliebe bedeutet für mich auch, mein Feld zu halten.*
Zu spüren: Bis hierhin und nicht weiter.
Und manchmal bedeutet Entwicklung eben auch, eine Verbindung zu verändern oder einen Menschen gehen zu lassen – nicht aus Wut, Kampf oder Ablehnung, sondern aus Klarheit.
Wir sprechen außerdem über das klassische *Dramadreieck aus Opfer, Täter und Retter*. Denn wirkliche Freiheit entsteht für mich dort, wo ich keine dieser Rollen mehr brauche.
Dann kann ich die Dynamiken sehen, ohne mich automatisch hineinziehen zu lassen.
Und vielleicht ist genau das eines der größten Geschenke einer Enttäuschung:
*Sie zieht einen Schleier weg.*
Plötzlich sehen wir klarer.
Nicht nur den anderen – sondern vor allem uns selbst.
💬 Wie gehst du heute mit Enttäuschungen um? Gibt es eine Enttäuschung in deinem Leben, von der du rückblickend sagen kannst: Heute erkenne ich das Geschenk darin?
Schreib deine Erfahrungen gerne in die Kommentare.
💙 Sandra
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Der Beitrag verfällt am 21.01.27 03:15.
